Kalender 2026

Titelseite / Cover page

Ausblick auf Bamberg von den Kuppeln der Remeis Sternwarte

Wie auch schon in den letzten Jahren freuen wir uns, Sie mit den nachfolgenden 12 Bildern auf eine Reise durch das Universum und unsere Dr. Karl Remeis-Sternwarte zu nehmen. Das Remeis-Team wünscht Ihnen viel Spaß mit den Bildern und Erklärungen!

View of Bamberg from the domes of the Remeis Observatory 

As in previous years, we are happy to take you on a journey through the universe and our Dr. Karl Remeis Observatory with the following twelve images. The Remeis team wishes you lots of fun with the photographs and explanations! 

 

Januar / January

M1

Der Krebsnebel, auch bekannt als Messier 1 (M1), ist ein Supernova-Überrest und Pulsarwindnebel, welcher sich im Sternbild Stier in etwa 6500 Lichtjahren Entfernung von der Erde befindet. Wenn ein Stern mit mehr als dem Achtfachen der Masse unserer Sonne den Wasserstoff erschöpft, den er in seinem Kern verbrennt, erreicht er das letzte Stadium seines Lebens und explodiert in einer sogenannten Kernkollaps-Supernova. Die resultierende Schockwelle breitet sich in das umliegende Medium aus und erhitzt dieses. Dadurch wird helle Emission über das elektromagnetische Spektrum erzeugt.
Im Zentrum bleibt ein dichter Neutronenstern zurück, der in diesem Fall schnelle, geladene Teilchen von den polaren Regionen seines starken Magnetfelds ausstößt. Zudem rotiert der Neutronenstern sehr schnell. Da Rotationsachse und Magnetfeldachse nicht parallel sind, zeigt der Strahl an geladenen Teilchen periodisch in unsere Richtung, was wir als „pulsieren“ beobachten. Deshalb nennen wir ein solches Objekt einen Pulsar. Die energiereichen geladenen Teilchen bilden einen Wind, der die Dynamik im Inneren des Supernovaüberrestes maßgeblich beeinflusst, daher der Name Pulsarwindnebel. Auf dem Bild ist ein kleiner Fleck diffuser Emission (erscheint weißlich im Bild) zu sehen, welcher dem Pulsarwindnebel im Zentrum von M1 entspricht. In Röntgenaufnahmen würde die Emission wesentlich heller erscheinen als in dem hier gezeigten optischen Bild.

Ausrüstung:

Teleskop: PlaneWave CDK20 + Reducer

Montierung: 10micron GM4000 HPS

Kamera: Moravian C4-16000

Filter: H-alpha, S-II, O-III

Gesamtbelichtungszeit: 5 h

M1

The Crab Nebula, also known as Messier 1 (M1), is a supernova remnant/pulsar wind nebula located in the Taurus constellation about 6500 light-years from Earth. When a star with more than eight times the mass of our Sun depletes the hydrogen it is burning in its core, it reaches the final stage of its life and ultimately explodes in what we call a core-collapse supernova. The resulting shock wave expands into the surrounding medium, heating it up and producing bright emission across the electromagnetic spectrum. At the centre remains a dense neutron star, which in this case ejects fast, charged particles from the polar regions of its strong magnetic field. Because its rotation axis and magnetic field axis are  not aligned, the beam periodically points toward us, making it appear to “pulse”. This is why we call such an object a pulsar. These energetic charged particles form a wind that significantly influences the dynamics in the interior of the remnant, hence the name pulsar wind nebula. In the image, there is a small patch of diffuse emission (whitish in the image) visible, which corresponds to the pulsar wind nebula in the centre of M1. In X-ray observations the emission would appear much brighter than in the optical image shown here.

Equipment:

Telescope: PlaneWave CDK20 + Reducer

Mount: 10micron GM4000 HPS

Camera: Moravian C4-16000

Filters: H-alpha, S-II, O-III

Total exposure time: 5 h

Februar / February

Rosettennebel

Der Rosettennebel ist eine sogenannte H-II Region in der Einhorn Konstellation in einer Entfernung von ca. 5000 Lichtjahren von der Erde.

Im Zentrum des Nebels sind helle Sterne sichtbar, welche zum offenen Sternhaufen NGC 2244 gehören. Im Speziellen sind es massereiche Sterne, was bedeutet sie sind sehr heiß und es werden Photonen im ultravioletten (UV) Bereich von deren Oberfläche emittiert. Dieses energiereiche UV Licht ionisiert das interstellare Medium, was bedeutet die Photonen „stehlen“ eines oder mehrere Elektronen aus den Atomen im die Sterne umgebenden Material. Der Name „H-II Region“ kommt daher,  dass einfach ionisierter Wasserstoff das am häufigsten vorkommende Element in diesen Regionen ist, welches in der Astrophysik standardmäßig mit H-II bezeichnet wird.

Weiter entfernt von den Sternen ist der Einfluss des UV Lichts geringer und die Elektronen können sich wieder mit den ionisierten Atomen vereinigen. Bei diesem Prozess, der Rekombination genannt wird, werden erneut Photonen frei, allerdings mit einer niedrigeren Energie als die UV Photonen, die von den Sternen emittiert werden. Dieses Licht kann dann als der diffuse Nebel beobachtet werden, den wir im Bild überall um die zentralen Sterne sehen.

Ausrüstung:

Teleskop: TS-Optics Photoline 90 mm f/6.6 + Reducer

Montierung: Astrophysics 900 GTO

Kamera: ASI2600MM Pro

Filter: H-alpha, O-III

Gesamtbelichtungszeit: 7 h

Rosette Nebula

The Rosette Nebula is a so-called H-II region in the Monoceros constellation at a distance of around 5000 light years from Earth.

In the central region of the nebula bright stars visible, which are part of the open star cluster NGC 2244. In particular, these are massive stars, which means they are very hot and from their surface ultraviolet (UV) photons are emitted. This energetic UV light ionizes the interstellar medium, which  means the photons “steal” one or more electrons from the atoms in the matter surrounding the stars. The name H-II region stems from the fact that the most abundant element in these regions is singly ionized hydrogen, which in astrophysics is commonly denoted as H-II.

Further away from the stars, the influence of the UV light is weaker and the electrons are able to rejoin the ionized atoms. In this process called recombination photons are released, this time with a lower energy than the original UV light emitted by the stars.  These photons can be observed as the diffuse nebula we see all around the central stars.

Equipment:

Telescope: TS-Optics Photoline 90 mm f/6.6 + Reducer

Mount: Astrophysics 900 GTO

Camera: ASI2600MM Pro

Filters: H-alpha, O-III

Total exposure time: 7 h

März / March

Der Mond

Unser Mond gehört zu den faszinierendsten Zielobjekten für die Astrofotografie. Obwohl er uns immer dieselbe Seite zeigt, sehen wir verschieden große Teile des Mondes beleuchtet durch die Sonne im Laufe eines Monats, was an den relativen Positionen von Sonne, Erde und Mond liegt.

Die Schönheit des Mondes liegt vor allem in der Struktur seiner Oberfläche. In der Tat ist die Oberfläche des Mondes voll mit Kratern, verursacht durch zahlreiche Kollisionen mit Meteoriten während seiner früher Existenz. Da der Mond, anders als unsere Erde, keine Atmosphäre besitzt, haben diese Kollisionen Narben auf der Mondoberfläche hinterlassen, die bis heute sichtbar sind.

Ausrüstung:

Teleskop: MEADE Schmidt-Cassegrain f/10

Montierung: Astrophysics 1200 GTO

Kamera: Canon EOS 6D (modifiziert)

Gesamtbelichtungszeit: 35,2 s

The Moon

Our Moon is one of the most fascinating targets for astrophotography. Even though it always shows us the same side, we see a different amount of the moon illuminated by the sun throughout each month due to the relative positions of Earth, Moon, and Sun.

The striking beauty of the moon lies in the structure of its surface. Indeed, the Moon’s surface is full of craters, caused by numerous collisions with meteorites during its early life. Due to the absence of an atmosphere similar to our Earth,  these collisions left scars on the Moon’s surface, which are evident to this day.

Equipment:

Telescope: MEADE Schmidt-Cassegrain f/10

Mount: Astrophysics 1200 GTO

Camera: Canon EOS 6D (modifiziert)

Total exposure time: 35,2 s

April

Das Meridiangebäude im Frühling

Das Bild zeigt links das Meridiangebäude der Remeis Sternwarte und auf der rechten Seite die Westkuppel mit blühenden Baumästen im Vordergrund. Das Meridiangebäude verbindet die West- mit der Ostkuppel und beherbergt derzeit die Bibliothek des astronomischen Instituts mit einer Sammlung von über 2000 wissenschaftlichen Büchern. Die Westkuppel ist mit einem der beiden Spiegelteleskopen der Sternwarte ausgestattet, genauer mit dem Cuno Hoffmeister Teleskop, benannt nach Cuno Hoffmeister, einem Assistenten des ersten Direktors der Sternwarte. Das CHT hat eine Brennweite von 4 m und eine Öffnung von 40 cm. Das optische System folgt dem Schmidt-Cassegrain Aufbau. Das bedeutet, dass vor der Teleskopöffnung eine sogenannte Schmidt Korrekturplatte angebracht ist, welche Abbildungsfehler der Spiegel ausgleicht.

The Meridian Building in Spring

The image shows a view of the Remeis Observatory’s Meridian building on the left and the west dome on the right,  with some blooming tree branches in the foreground.

The meridian building connects the eastern with the western dome and currently houses the astronomical institute’s library with a collection of over 2000 scientific books. The west dome is equipped with one of the two reflector telescopes in use at the Remeis Observatory, namely the Cuno Hoffmeister Telescope (CHT) named after Cuno Hoffmeister, an assistant to the observatory’s first director. The CHT has a focal length of 4 m and an aperture of 40 cm. The optical system follows the Schmidt-Cassegrain design, which means a so-called Schmidt corrector plate is positioned in front of the aperture to reduce aberrations caused by the mirrors.

Mai / May

Regenbogen über Bamberg

Ein Regenbogen über der Kirche St. Michael in Bamberg. Wenn man genau hinsieht, erkennt man rechts im Bild einen weiteren, schwächeren Regenbogen, dessen Farben in umgekehrter Reihenfolge erscheinen.

Dieses Phänomen ist charakteristisch für jeden Regenbogen, aufgrund der Art und Weise, wie er entsteht. Ein Regenbogen erscheint immer dann, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen trifft und zunächst gebrochen und anschließend reflektiert wird. Wenn Licht von einem Medium in ein anderes übergeht, in diesem Fall von Luft in Wasser, verhalten sich die verschiedenen Wellenlängen des sichtbaren Lichts unterschiedlich, wodurch das Licht in seine Komponenten aufgespalten wird, die wir als Farben wahrnehmen. Dieser Prozess wird als Brechung bezeichnet. Reflexion bedeutet, dass das Licht „zurückgeworfen“ wird, wie bei einem Spiegel.

Wenn Sonnenlicht in einen Regentropfen eintritt, wird es zunächst gebrochen und anschließend von der Rückseite des Tropfens reflektiert. Die Reflexion des gebrochenen Lichts von allen Regentropfen zusammen bildet den typischen bunten Bogen am Himmel.

Aber was ist mit dem zweiten, schwächeren Regenbogen? Der Prozess ist derselbe, außer dass das Licht in diesem Fall zweimal innerhalb der Regentropfen reflektiert wird. Deshalb ist der zweite Regenbogen schwächer, manchmal sogar kaum sichtbar. Dennoch: wenn es das nächste Mal regnet und die Sonne scheint, drehen Sie sich mit dem Rücken zur Sonne und versuchen Sie, den Doppelregenbogen zu beobachten!

Rainbow above Bamberg

A rainbow over the Church of St. Michael in Bamberg. If you look closely, you will see another fainter rainbow to the right of the image, with the colours in reversed order.

This phenomenon is inherent to every rainbow due to the way it is created. A rainbow appears whenever sunlight hits raindrops and is first refracted and then reflected. As light passes from one medium to another, in this case from air into water, the various wavelengths of visible light behave differently, splitting it into its components, which we perceive as colours. This process is called refraction, while reflection means the light “bounces back” from a surface, like on a mirror.

If sunlight enters a raindrop, it is first refracted and then reflected from the back side of the raindrop. The reflection of refracted light from all the raindrops together forms the typical colourful arc in the sky.

But what about the second, fainter rainbow? The process is the same, except the light is reflected twice inside the raindrops. This is why the second rainbow is fainter, sometimes barely visible. Still: next time it’s raining and the sun is shining, turn your back towards the sun and try to catch the double rainbow!

Juni / June

NGC7380

NGC 7380 ist ein offener Sternhaufen, also eine Gruppe junger und massereicher Sterne, in der Konstellation Kepheus, etwa 7000 Lichtjahre weit entfernt . Auf astronomischen Zeitskalen sind diese Sterne mit einem Alter von einigen Millionen Jahren noch relativ jung.

Die diffuse Emission, die den Nebel um den Sternhaufen herum bildet und im Bild in rosa und rot sichtbar ist, wird üblicherweise als „Wizard Nebula“ bezeichnet. Ähnlich wie bei den Prozessen, die zuvor im Abschnitt zum Rosettennebel beschrieben wurden, ionisieren die massereichen Sterne ihre Umgebung. Durch Rekombination wird Licht im roten Teil des elektromagnetischen Spektrums emittiert.

Durch die rötliche diffuse Emission verteilt sind deutlich dunkle Flecken zu erkennen.
 Diese Flecken werden durch die Existenz von Molekülwolken zwischen uns und dem emittierenden Gas verursacht, die das Licht absorbieren, bevor es uns erreichen kann. Molekülwolken, oft „Dunkelwolken“ genannt, sind sehr dicht und kalt, mit Temperaturen weit unter –200 °C. Daher bestehen sie aus Elementen in molekularer Form wie zum Beispiel H₂, H₂O, CO. Weil sie solche hohen Dichten erreichen, sind Molekülwolken Orte der Sternentstehung. Sie können unter ihrer eigenen Masse kollabieren und immer dichter und dichter werden, bis in einigen Regionen schließlich Kernfusion ausgelöst wird: der Beginn des Lebens eines neuen Sterns.

Ausrüstung:

Teleskop: PlaneWave CDK20 + Reducer

Montierung: 10micron GM4000 HPS

Kamera: Moravian C4-16000

Filter: R, G, B

Gesamtbelichtungszeit: 5 h

NGC7380

NGC 7380 is an open star cluster, a group of young and massive stars, in the constellation Cepheus, approximately 7000 light years away. On astronomical timescales, these stars are still young with an age of only a few million years.

The diffuse emission forming the nebula around it, visible in pinkish-red in the image, is commonly referred to as the Wizard nebula. Similar to the processes causing the emission in the Rosette Nebula described above, the massive stars ionize their surroundings. By recombination, light in the red part of the electromagnetic spectrum is emitted.

Distributed throughout the reddish diffuse emission, dark patches are clearly noticeable. These patches are caused by the presence of molecular clouds between us and the emitting gas, absorbing the light before it can reach us. Molecular clouds, often called “dark clouds”, are very dense and cold, with temperatures of well below -200°C. Therefore, they consist of elements in their molecular form such as H₂, H₂O, CO, and others. Because they reach such high densities, molecular clouds are the places where new stars can be born. Indeed, they can collapse under their own mass, becoming denser and denser until in some areas, nuclear fusion is triggered: the beginning of the life of a new star.

Equipment:

Telescope: PlaneWave CDK20 + Reducer

Mount: 10micron GM4000 HPS

Camera: Moravian C4-16000

Filters: R, G, B

Total exposure time: 5 h

Juli /July

NGC7331 und Stephans Quintett

NGC 7331, auf der unteren linken Seite des Bildes, ist eine Spiralgalaxie, die unserer Milchstraße in Form und Größe sehr ähnelt. Sie befindet sich etwa 45 Millionen Lichtjahre weit entfernt und kann im Sternbild Pegasus gefunden werden.

Die Sterne in einer solchen Galaxie sind in einer Ebene verteilt, jedoch nicht gleichmäßig, sondern in sogenannten Armen, die die Spiralstruktur bilden. NGC 7331 ist die hellste einer ganzen Gruppe von Galaxien, die jedoch im Bild eher wie einzelne Sterne erscheinen.
 Galaxien können isoliert oder in Gruppen existieren, die durch Gravitation zusammengehalten werden, ähnlich wie unsere Erde an die Sonne gebunden ist. In einem Galaxienhaufen sind diese Effekte besonders stark, in einer Galaxiengruppe etwas schwächer. Gruppen enthalten normalerweise weniger Galaxien als Haufen.
 Nach aktuellen Theorien zur Strukturbildung im Universum bilden sich kleinere Objekte zuerst, die sich zu immer größeren Strukturen zusammenschließen: Sterne zu Galaxien, Galaxien zu Gruppen und Gruppen zu Haufen. In der oberen rechten Ecke des Bildes sind fünf weitere Galaxien zu sehen, bekannt als Stephan’s Quintett. In der Astrofotografie werden NGC 7331 und Stephan’s Quintett oft zusammen aufgenommen, da sie am Himmel nahe beieinander erscheinen. In Wirklichkeit befinden sich all diese Galaxien jedoch in völlig unterschiedlichen Entfernungen.

Ausrüstung:

Teleskop: PlaneWave CDK20 + Reducer

Montierung: 10micron GM4000 HPS

Kamera: Moravian C4-16000

Filter: R, G, B

Gesamtbelichtungszeit: 7 h

NGC7331 and Stephan’s Quintet

NGC 7331, on the lower left side of the image, is a spiral galaxy similar in shape and size to our own galaxy, the Milky Way. It is located far away at a distance of about 45 million light years and can be found in the Pegasus constellation.

The stars in such a galaxy are distributed in a plane, but not uniformly but rather in so-called arms that form the spiral structure. NGC 7331 is the brightest of a group of galaxies, which in the image look comparable to only stars in size.
 In general, galaxies can exist isolated or in groups of galaxies, bound together by gravity similar to how our Earth is bound to the Sun. In a galaxy cluster, these gravitational effects are especially strong, whereas in a group of galaxies they are somewhat weaker. Usually, there are fewer galaxies in groups compared to clusters.
  According to current theories regarding the structure formation in the Universe, a certain hierarchy can be observed. Smaller objects form first and then tend to assemble in bigger and bigger structures: stars assemble in galaxies, galaxies in groups, and groups of galaxies in galaxy clusters.
 On the top right of the image, five additional galaxies famously known as Stephan’s Quintet are shown. In astrophotography, NGC 7331 and Stephan’s Quintet are often imaged together, since they appear very close to each other in the sky. However, in reality all of these galaxies are located at vastly different distances.

Equipment:

Telescope: PlaneWave CDK20 + Reducer

Mount: 10micron GM4000 HPS

Camera: Moravian C4-16000

Filters: R, G, B

Total exposure time: 7 h

August

Ausflug in die Rhön

Das Bild zeigt einen Sonnenuntergang über der Rhön, einem Mittelgebirge in Zentraldeutschland an den Grenzen von Bayern, Hessen und Thüringen, weit entfernt von größeren Städten. Folglich ist die Lichtverschmutzung in der Rhön eine der niedrigsten in ganz Deutschland, was das Mittelgebirge zu einem idealen Ort für astronomische Beobachtungen macht. Die Lichtverschmutzung in einer Region kann mit Hilfe der sogenannten Bortle Skala quantifiziert werden.  Diese reicht von Bortle Klasse 1 bis Klasse 9, wobei eine niedrigere Zahl einer niedrigeren Lichtverschmutzung entspricht. Die Rhön lässt sich auf dieser Skala zwischen 3 und 4 einordnen, was für Zentraleuropa sehr gering ist. Das hier gezeigte Foto wurde während einer von Mitgliedern der Remeis Sternwarte unternommenen Exkursion in die Rhön aufgenommen, um unter anderem mit einem der mobilen Linsenteleskope der Sternwarte zu beobachten.

Excursion to the Rhön Mountains

The picture shows a sunset in the Rhön mountain range, a region of relatively low mountains located in central Germany at the borders of Bavaria, Hesse and Thuringia far away from larger cities. As a consequence, the light pollution is one of the lowest in Germany, which makes the Rhön an ideal location for astronomical observations. The light pollution in an area can be quantified by the so-called Bortle scale, which ranges from Bortle class 1 to class 9. A lower number corresponds to a lower light pollution. The Rhön mountains rank between 3 and 4 on the Bortle scale, which is quite low for central Europe. The image shown here was taken during an excursion to the Rhön mountains undertaken by members of Remeis to observe with one of the observatory’s mobile refractor telescopes.

September

M33

M33, auch bekannt als Dreiecksgalaxie, ist eine Spiralgalaxie in der sogenannten Lokalen Gruppe, zu der unter anderem auch unsere Milchstraße gehört. Mit einer Entfernung von 2.9 Millionen Lichtjahren ist M33 noch relativ nah an der Milchstraße. Genau wie unsere eigene Galaxie ist M33 eine Spiralgalaxie. Wegen ihrer Inklination sehen wir sie nahezu frontal, sodass die Spiralarme besonders gut zu erkennen sind. Im Bild ist ein klarer farblicher Unterschied zwischen dem zentralen Bereich von M33 (gelblich) im Vergleich zu den Randbereichen (eher bläulich) zu erkennen. Das liegt am unterschiedlichen Alter der Sterne, älter im Zentrum und jünger in den äußeren Bereichen der Galaxie. Des Weiteren handelt es sich bei den zahlreichen rötlich erscheinenden Stellen, die sich in den Spiralarmen verteilt befinden um sogenannte Sternentstehungsgebiete, das bedeutet besonders dichte Regionen, in denen neue Sterne geboren werden.

Ausrüstung:

Teleskop: PlaneWave CDK20 + Reducer

Montierung: 10micron GM4000 HPS

Kamera: Moravian C4-16000

Filter: R, G, B

Gesamtbelichtungszeit: 3 h

M33

M33, also known as the Triangulum galaxy, is a spiral galaxy in the so-called Local Group, which, among others, also includes our own galaxy, the Milky Way. With a distance of 2.9 million light years, M33 is still relatively close. Similar to the Milky Way, M33 is a spiral galaxy and, due to its inclination, we see it almost face-on, giving us an especially nice view of the spiral arms. From the image, a clear difference in colour between the central region (yellowish) of the Triangulum galaxy with respect to the periphery (more blueish in colour) is evident.  This is due to the different ages of the stars, older in the centre and younger in the periphery. Additionally, the various reddish spots spread throughout the spiral arms of the galaxy are so-called star forming regions, meaning areas in which new stars are being born.

Equipment:

Telescope: PlaneWave CDK20 + Reducer

Mount: 10micron GM4000 HPS

Camera: Moravian C4-16000

Filters: R, G, B

Total exposure time: 3 h

Oktober / October

Spinnennetz am Tor zur Sternwarte

Passend zur schaurigen Jahreszeit zeigt das Bild für den Oktober ein Spinnennetz an einem der Eingangstore zur Remeis Sternwarte. Das gesamte Spinnennetz ist mit kleinen Wassertropfen überzogen, die durch den in der Luft enthaltenen Wasserdampf entstehen. Ist die Luft kalt genug, so kondensiert der Wasserdampf auf der Oberfläche des Spinnennetzes. Dies kann natürlich auch auf den Spiegeln oder Linsen eines Teleskops passieren und würde die Bildqualität merklich verringern. Deshalb sind Teleskope oft mit einer speziellen Art von Heizung ausgestattet, welche die Linsen und Spiegel leicht aufwärmt, um Kondensation zu vermeiden.

Spider’s Web at the Observatory Gate

Right on theme with the spooky season, the October image shows a spider’s web at the front gate of the Remeis Observatory.  The spider’s web is covered with drops of water caused by the water vapour contained in the air.  If it is cold enough, the vapour condenses on the web’s surface. This can also happen on the mirrors or lenses of a telescope and would decrease the image quality. Therefore, telescopes are often  equipped with dedicated heating systems that warm up the lenses and mirrors enough to prevent condensation.

November

Andromeda (M31)

M31, besser bekannt als Andromeda, ist eine weitere Galaxie in der Lokalen Gruppe, ca. 2.5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Genau wie M33 ist auch Andromeda eine Spiralgalaxie. Allerdings sehen wir sie wegen ihrer höheren Inklination eher von der Seite, weswegen die Spiralarme weniger deutlich sichtbar sind. Genau wie in M33 kann ein farblicher Unterschied zwischen dem zentralen Bereich, in welchem sich eher ältere Sterne befinden, und dem äußeren Bereich der Galaxie, in dem die Sterne größtenteils eher jünger sind, festgestellt werden. Die dunklen Streifen, welche sich durch die Galaxie ziehen, stechen ebenfalls hervor. Diese werden durch Staub in der galaktischen Scheibe verursacht, welcher das Licht der Sterne abschirmt.

Andromeda hat auch eine historische Verbindung mit der Remeis Sternwarte: sie ist die Wirtsgalaxie von SN1885A, einer Supernova, die 1885 von Ernst Hartwig, dem ersten Direktor der Sternwarte, entdeckt wurde.

Ausrüstung:

Teleskop: TS-Optics Photoline 115 mm

Montierung: SkyWatcher EQ6 R-Pro

Kamera: ZWO ASI6200MM Pro

Filter: L, R, G, B

Gesamtbelichtungszeit: 5 h

Andromeda (M31)

M31, better known as Andromeda, is another galaxy of the Local Group, at 2.5 million light years away. Like M33, Andromeda is a spiral galaxy. However, due to its higher inclination, it appears almost edge-on, which is why the spiral arms are less pronounced. As in M33, a difference in the colour of the central part, composed of old stars, and the periphery, where younger stars are present is visible. Very evident are the dark strips that run around the galaxy’s body. These dark patches are due to the dust abundant on the galactic plane and blocks the light from the stars.

Andromeda also has some historical ties to the Remeis Observatory: it is the host galaxy of SN1885A, a supernova discovered in 1885 by Ernst Hartwig, the first director of the observatory.

Equipment:

Telescope: TS-Optics Photoline 115 mm

Mount: SkyWatcher EQ6 R-Pro

Camera: ZWO ASI6200MM Pro

Filters: L, R, G, B

Total exposure time: 5 h

Dezember / December

Komet Neowise (C/2020 F3)

Das Bild zeigt den berühmten Kometen C/2020 F3, besser bekannt als NEOWISE, benannt nach der gleichnamigen NASA Mission, bei der er im März 2020 entdeckt wurde. Im Sommer 2020 konnte man den Kometen auf der Nordhalbkugel sogar mit bloßem Auge beobachten.

Mit einer Größe von ein paar Kilometern sind Kometen relativ kleine Himmelsobjekte, welche größtenteils aus Eis und Staub bestehen. Sie stammen aus dem äußeren Teil unseres Sonnensystems und umkreisen die Sonne auf stark elliptischen Bahnen. Befindet er sich in der Nähe der Sonne, so zieht ein Komet zwei Schweife hinter sich her, die auch im hier gezeigten Bild klar zu erkennen sind: der Staubschweif, gelblich und leicht gekrümmt hinter dem Kometen sichtbar, besteht zum Großteil aus Staub- und Trümmerteilchen, die sich vom Kometen lösen, da die Sonne das Eis schmilzt. Der Ionenschweif (blau im Bild) wird durch die UV Strahlung der Sonne verursacht, welche das vom Kometen verdunstende Gas ionisiert. Der Ionenschweif ist immer gerade und zeigt, unabhängig von der Bewegungsrichtung des Kometen, aufgrund des Sonnenwinds (= von der Sonne ausgehender Strom an geladenen Teilchen) von der Sonne weg.

Ausrüstung:

Objektiv: Sigma 135 mm f/1.4

Kamera: Canon EOS 750D (modifiziert)

Montierung: iOptron Skyguider

Gesamtbelichtungszeit: 0,5 h

Comet Neowise ( C/2020 F3)

The image shows the famous comet C/2020 F3, better known as NEOWISE named after the NASA mission, during which the comet was first discovered in March of 2020. In summer of 2020, it was even visible with the naked eye in the northern hemisphere.

Comets are rather small celestial objects, consisting mostly of ice and dust and measure usually only a few kilometres in size. They originate from the outer regions of our solar system and circle the sun in highly elliptical orbits. In close proximity to the sun, two tails trailing the comet can be observed, which is also nicely visible in the image: the dust tail, slightly curved behind the comet and yellowish in the image, consist mostly of debris and dust that the comet loses due to the sun melting the ice. The ion tail (blue in the image) is caused by the UV radiation from the sun, which ionises the gas that is evaporated from the comet. It is always straight and pointed away from the sun due to the solar wind (= stream of charged particles released by the sun), regardless of the direction the comet is moving in.

Equipment:

Objective: Sigma 135 mm f/1.4

Camera: Canon EOS 750D (modified)

Mount: iOptron Skyguider

Total Exposure: 0,5 h

© Federico Zangrandi, Marie Prucker